Rundwanderweg Torflehrpfad Mooslohe

Ausgangspunkt: Parkplatz Zum Alten Schuster

Zu erreichen mit der Buslinie 2, Hst. Schustermooslohe
Länge ca. 5 km Gehzeit ca. 1Stunde

Wir beginnen unsere Wanderung vorbei an der Gaststätte über die naturbelassene Wiese und kommen zum Insektenhotel ,,Sum-Sum" . Die Hans-Sperrer-Ruhebank ist so aufgestellt, dass die Insektenwelt beobachtet werden kann. Von bier aus geht es in das Moorgebiet Mooslohe und nach einer Weile erreichen wir die erste Infotafel Moosweiher.

Er war mit 400 Hektar der größte Weiher im Weidner Stadtgebiet. Welter gebt es auf dem ehemaligen Torf-Damm, der als Feldbahntrasse diente. Wir sind nocb ganz in Gedanken, schon haben wir die zweite Infotafel Mooslohe (Übergangsmoor) erreicht, die uns ins Mittelalter zurück versetzt. Geradeaus weiter auf dem Damm kommen wir zur dritten Infotafel Sagen aus der Mooslohe. Wie alle bedeutenden Moorgebiete umrankten einst aucb die Mooslohe ziemlicb düstere Geschichten. Eine davon - der Geisterhund. Angekommen an der vierten Infotafel werden uns die zweite und dritte Sage erzählt, vom Weltuntergang und von den verwunschenen Fischen.
Von hier aus geht es nach links welter. Wir folgen einfach dem Hinweisschild ,,Torflehrpfad" und kommen auf eine Lichtung. Schließlich haben wir auf dem Forstweg wieder festen Boden unter den Füßen.
Die fünfte Infotafel Schwedentisch, auch Häusl genannt ... Weiter auf den Forstweg an der Kreuzung angekommen biegen wir nach links ab. Wir bewegen uns immer noch im Waldgebiet Mooslohe und gehen ein Stück auf dem ,,Rundwanderweg Weiden" , der uns ins nächste Waldgebiet ,,Richterweiher" bringt. Ohne es zu ahnen, bewegen wir uns auf dem ehemaligen Richterweiher-Damm und somit haben wir die sechste Infotafel, der Richterweiher-Damm, erreicht. Die alte Straße nach Altenstadt/WN führte hier auf dem Richterweiher-Damm und den Moosweiher im Osten nach Norden Richtung Flaschnerweiher, Schinderbühl und Haidmühle.
Wir gehen noch ein Stück auf dem ,,Rundwanderweg Weiden" welter, bis uns ein Wegweiser (Torflehrpfad) die Richtung nach links anzeigt. Hier verlassen wir den Forstweg und gehen durch ein kurzes Waldstück. Nachdem wir den Wald durchquert haben, biegen wir nochmals nach links auf den Forstweg ab, der uns zur Parksteiner Straße führt. Hier biegen wir nach links ab und gehen auf dem Gehweg entlang der Straße bis zum Parkplatz der Gaststatte ,,Zum Alten Schuster" .
Hier haben wir unseren Ausgangspunkt wieder erreicht.

Der Torfabbau in der Oberpfalz

Niemand würde vermuten, dass in der waldreichen Oberpfalz irgendwann das Brennholz knapp werden würde. Aber die ansässige Eisenindustrie verbrauchte bis ins 19. Jahrhundert hinein ausschließlich Holzkohle. Neben dem Hüttenwerk in Weiherhammer und der Hofhaltung inSulzbach benötigten auch die Einheimischen, besonders die Schmiede, Brennholz, das bis zum Jahr 1840 immer knapper wurde.

Etwa um das Jahr 1800 entdeckten Oberpfälzer Bauern beim Verbrennen ihres Kartoffelkrauts, dass die Glut tage-und wochenlang nicht verlöschte und im Boden weiterschwelte. Und so trat der Torf als neuer Brennstoff in Erscheinung. Die Oberpfalz war überreich an Torfmooren. Moorflächen lagen in der Nähe von Weiden (Mooslohe, Sauernlohe, Süßenlohe), im Mantler Forst, im Kohlberger Wald und im Etzenrichter Forst. Bis zum Jahr 1820 wurde der Torfabbau systematisch vervollkommnet. Man entwickelte spezielle Werkzeuge und Gerätschaften. Später wurde der abgebaute Torf gepresst und getrocknet und als fast kohleähnlicher Presstorf verfeuert. Von 1841an heizte die Industrie fast ausschließlich mit Torf.

Als 1875 die Bahnlinie Nürnberg - Weiden eröffnet wurde, kam wieder Steinkohle aus dem Ruhrgebiet in die Oberpfalz und der Torfabbau verebbte etwas. Die bäuerliche Bevölkerung nutzte aber bis weit nach dem 2. Weltkrieg den Torf zum Heizen, besonders in den Kriegsjahren und den Notzeiten danach.

Erst durch die Schaffung von Tiefbrunnen zur Trinkwassergewinnungsenkte sich der Grundwasserspiegel soweit, dass die Torfgebiete im Nordosten Weidens fast trockengelegt sind. Man kann aber immer noch gelegentlich Betontrümmer und verrostete Eisenteile herumliegen sehen. Es sind Überreste zerfallener Torfpressen und Trockenöfen.

Der Schwedentisch

Es handelt sich um einen Graben, annähernd quadratisch, mit einer Seitenlänge von ca. 15 m. Er ist etwa 40 cm fief und ist heute noch sichtbar. Die An|age erinnert an einen Graben, der bei regnerischem Wetter vorsorglich um ein Zelt gezogen wird. Die gleiche Absicht ist wohl auch beim Schwedentisch zu unterstellen. Bemerkenswert ist die topographische Situation des Schwedentisches. Er liegt an der Spitze einer schmalen, nur wenige Meter hohen, Sandzunge, die wie eine Halbinsel in das Moor-und Torfgebiet der Mooslohe hineinragt. Als das Moor noch unbewaldet war, hatte man sicher vom erhöhten Schwedentisch einen freien Ausblick nach alien Seiten.

Im städtischen Kataster von 1839 wird das Flurstück Nr. 1871, auch als ,,Häusel" bezeichnet. Es war offensichtlich ein imposantes Bauwerk, das der Orientierung diente. Der Name und seine Ableitungen |assen sich auch in der Nähe feststellen: Häuselweiher, Häusellohe. Vermutlich handelt es sich beim Schwedentisch und dem ,,Häusel" um ein und dasselbe Bodendenkmal. Warum die Bezeichnung Schwedentisch entstand, lässt sich nicht mehr feststellen.