Vogelschutz im Garten

Johann Fröhlich, Vogelschutzwart

Wichtiger als das Aufstellen von Futterhäuschen ist für einen wirkungsvollen Vogelschutz eine naturgemäße Gestaltung und Pflege des Gartens. Wenn man den unterschiedlichen Ansprüchen der Vogelarten als Boden-, Hecken- und Höhlenbrütern gerecht werden will, muss ein vielgestaltiger Lebensraum angeboten werden. Gleichzeitig steht dadurch den Insekten- und Samenfressern ein reichhaltiges Nahrungsangebot zur Verfügung.
Vogelschutzhecken
Freiwachsende Hecken, vorwiegend aus heimischen Sträuchern, bieten den verschiedenen Vogelarten, sondern auch vielen heimischen Tieren wie Insekten, Kleinsäugern und Amphibien einen idealen Lebensraum. Hecken sind unentbehrliche Lebensadern in Gärten, Siedlungen und in der Landschaft. Wo sie fehlen “nimmt die Artenvielfalt rapide ab. Wenigstens an einer Gartenseite sollte eine Hecke, bestehend aus Weißdorn, Schlehe, Wildrosen, Haselnuss, Liguster, Hartriegel, Holunder, Pfeffenhüttchen, Heckenkirsche und Schneeball, überragt von Eberesche, Vogelkirsche, Traubenkirsche, Feldahorn und Weiden, angelegt werden. Wichtig sind auch die wildwachsenden heimischen Himbeeren und Brombeeren. Diese Pflanzen beherbergen ein reiches Insektenleben. Falllaub sollte liegen bleiben und zusätzlich ein Reisighaufen errichtet werden. Um die Brut nicht zu gefährden, sollten Hecken in der Zeit von April bis August nicht geschnitten werden.
Nisthilfen für Freibrüter
Etwa 1 m lange Kiefernzweige oder Reisigbündeln an Baumstämmen festgebunden, bieten Heckenbraunelle, Gartenrotschwanz, Grünfink, Rotkehlchen, Zaunkönig, Zilpzalp und Gartenbaumläufern gute Brutmöglichkeiten.
Nistkästen
Konstruktionen aus Holz oder Holzbeton haben sich gut bewährt. Zum regelmäßigen Reinigen im Herbst sollte die Vorderwand herausnehmbar sein. Zum Eigenbau verwendet man 2 cm starke ungehobelte und unbehandelte Fichtenbretter. Je nach Vogelart sind entsprechende Größen und Konstruktionen zu beachten. Meisenkästen, die für alle kleineren Höhlenbrüter geeignet sind, sollten einen Innendurchmesser von 12 cm und eine Höhe von 22 cm aufweisen. Bei einem Fluglochdurchmesser von 27 mm haben nur Blau-, Hauben- und Tannenmeisen Zugang. Eine Fluglochweite von 34 mm benötigen Kohlmeisen, Kleiber, Wendehals und Schnäpperarten. Für den Gartenrotschwanz ist 30 mm vorgesehen.An ungestörten Plätzen genügt es, die Nisthilfen in 1 - 2 m Höhe anzubringen.