Die Strobelhütte des OWV-ZV Weiden - Gestern und Heute

Die Strobelhütte


Jedem echten Weidner ist die Strobelhütte ein Begriff, bestimmt auch Ihnen. Seit über 60 Jahren ist sie ein beliebtes Ausflugsziel für alle Wanderer und Spaziergänger, auf dem Fischerberg unter dem Vierlingsturm und sie hat auch eine bewegte Geschichte.

Alles begann mit einem ausrangierten Eisenbahnwaggon, der 1947 auf Initiative vom ersten Vorsitzenden, des nach dem 2. Weltkrieg wieder gegründeten OWV-Zweigvereins, Hans Dunkl, als Unterstellmöglichkeit dienen sollte. Dieser Waggon sollte der Ersatz für die nicht mehr vorhandene Unterstellhütte sein. Denn bereits nach dem Bau des Vierlingsturms im Jahre 1924 wurde so eine Hütte auf der Nordostseite errichtet. Doch während des 2. Weltkrieges ist diese auf unerklärliche Weise spurlos verschwunden.
Nun, nachdem wieder Wanderer auf den Fischerberg kamen, wollte der OWV wieder eine Unterkunft bieten. Durch die guten Verbindungen des Vorsitzenden und dem aktiven Mitglied Ignaz Mühlhofer, zum Ausbesserungswerk der Reichsbahn, konnte der Verein einen ausrangierten Güterwagen käuflich erwerben. Es war ein sehr mühevolles Unterfangen, den acht Meter langen und sechs Tonnen schweren Koloss auf den 633 Meter hohen Fischerberg zu befördern. Doch durch die Unterstützung der Baufirma Sager und Wörner, zahlreichen Mitgliedern des Vereins und technischer Hilfe durch Tiefladern, Raupenschlepper, Seilwinden und diversen Bohlen, gelang es in drei Tagen Schwerstarbeit den Koloss an seinen vorbestimmten Platz zu bringen. An seinem Bestimmungsort angekommen, machten sich alle ans Werk, den alten Wagenkasten in einen gemütlichen Wirtschaftsraum zu verwandeln. Allen voran war diese Realisierung dem Betriebsschreiner des RAW Ludwig Hollweck, einem aktiven und engagierten Mitglied des Vereins, zu verdanken.

Karl Strobel




Am 22. August 1948 konnte nun die „Strobelhütte", die nach dem Oberpostinspektor Karl Strobel, der auch der erste Betreuer des Schutzwaldes am Vierlingsturm war, seiner Bestimmung übergeben werden. Seit der Eröffnung und Fertigstellung der Hütte widmete sich Ludwig Hollweck, zusammen mit seiner Familie, um das Wohlbefinden der Gäste. Er war der gute Geist, er kümmerte sich nicht nur um die Gestaltung des Innenraumes auch die Bewirtung der zahlreichen Wanderer wurden zu seinen ureigensten Angelegenheiten. Was zur damaligen Zeit nicht ganz einfach war, denn auf dem Berg gab es weder fließendes Wasser, noch Strom. Alle Vorräte, Essen und Trinken oder das abgekochte Wasser mussten mühsam mit Rucksäcken und anderen Hilfsmitteln zu Fuß auf den Berg geschafft werden. Was der „Hollweck Luk" immer mit viel Herzblut bewältigte. Durch den großen Ansturm auf das beliebte Ausflugsziel, musste die Hütte immer wieder erweitert werden, um den Gästen genug Platz zum Verweilen zu bieten. Eine Erweiterung folgte 1956 und 1979 wurde die Hütte noch einmal vergrößert. durch den ehemaligen Vorsitzenden Alfred Forster.
Nach 22 Jahren als „Strobelhütten Wirt" nahm Ludwig Hollweck und seine Familie Abschied als Wirt. In einer Abschiedsfeier am 27. November 1970 dankten ihm viele Freunde und die Vorsitzenden des OWV Weiden, Willi Wiesmet und Wilhelm Vierling, für seinen Idealismus den er in all den Jahren aufgebracht hatte.
Einen würdigen Ersatz für ihn zu finden, erwies sich als keine leichte Aufgabe. Doch nach einiger Zeit fand sich doch noch ein Mann, der zusammen mit seiner Familie dieses Erbe antrat. Hans Dietl, ein Mann vom Fach. Er erfreute die Gäste mit guter Küche und hauseigenen Spezialitäten. All das verhalf der Strobelhütte zu einem guten Ruf. Doch an dem Gebäude nagte der Zahn der Zeit, das Dach wurde undicht und die Seitenwände und Fenster morsch. Jedoch dem Verfall zuzusehen und die Hütte aufzugeben, kam für die Mitglieder des OWV nicht in Frage. Doch was sollte man tun? Eine Sanierung hätte finanziell niemals bewältigt werden können. Letztendlich entschied man sich zu einem Neubau, der alte Güterwaggon hatte nach fast 40 Jahren ausgedient. Doch dieses Vorhaben musste sorgfältig geplant und vorbereitet werden. Um dieses Projekt finanziell auch zu Stemmen, wurden zahlreiche Spenden bei verschiedenen Aktionen gesammelt und Förderanträge gestellt. Sogar die Möglichkeit eines Strom- und Wasseranschlusses ergab sich. Denn es gelang dem Hauptvereinsvorsitzenden Dr. Helmut Leupold, durch seine guten Beziehungen zu der OBAG, Elektro Hartung und der Baufirma Scharnagl und vor allem der unermüdliche Einsatz und das Verhandlungsgeschick des 1. Vorsitzenden Hans Sperrer, daß diese Anschlüsse kostengünstig verwirklicht werden konnten. Die Leitungen wurden in einer Entfernung von 980 Metern, vom Hölltaler Hof bis zum Vierlingsturm verlegt.
Im Sommer 1988 wurde nun mit dem Neubau begonnen. Im Juli nahmen die OWV´ler und viele Wanderer und Besucher beim Turmfest, Abschied von der alten Strobelhütte. Einen Monat später räumte die Baufirma Prem die alte Hütte ab. Zwei Wochen danach war der Keller betoniert, was sich nicht so einfach gestaltete. Denn der Untergrund war mit einem gewachsenen Fels durchzogen, der für das Vorhaben weggesprengt werden musste. Aber dieses kleine Hindernis wurde bestens gelöst und die Balken für die neue Blockhütte, die die Firma „allsend" aus Stein bei Nürnberg lieferte, ohne Verzögerung aufgestellt.
Am 28. September 1988 fand das Richtfest statt und nach weiteren zwei Monaten wurde der Innenausbau fertig gestellt. Durch den intensiven Einsatz aller Beteiligten konnte am 24. November 1988 die 16 Meter lange und 11 Meter breite Blockhütte seiner neuen Bestimmung übergeben werden. Vorsitzender Hans Sperrer und seine Vorstandschaft haben damit einen überzeugenden Beweis geliefert, wie sehr Ihnen die Öffentlichkeitsarbeit am Herzen liegt Die Bevölkerung weiß dies auch dankbar zu schätzen. Es sind nicht wenige Stammgäste, die sehr oft ihre Verbundenheit mit der Hütte bezeugen, ja viele davon bekunden immer wieder: “Bier und Brotzeit auf der Strobelhütte gibt es nirgends besser!”

Die Hütte wurde seit 1991 bis Ende September 2011 von der Familie Annemarie Wenzl aus Weiden vorbildlich betreut. Ab 12. Oktober 2011 übernimmt die Familie Kick aus Vohenstrauß die Strobelhütte.
Sie ist Mittwochs, Samstags und Sonntags geöffnet. Erreichbar unter der Telefonnummer: 0961/44255 oder 01701884441.

Da auch eine neue Hütte ins Alter kommt erhielt Sie im Jahre 2002 einen neuen Außenanstrich, wie schon oft in der Geschichte des Zweigvereins waren es die guten Geister des Vereins, die halfen sie wieder in neuem Glanz erstrahlen zu lassen.

Im Frühjahr 2010 waren sich die Vereinsmitglieder der Vorstandschaft und Hüttenwart Johann Fröhlich einig das Dach der Strobelhütte zu erneuern da es an manchen Stellen nicht mehr so dicht war.

Im Oktober 2010 in Zusammenarbeit mit der Fa. Stock Zimmerei aus Tröglersricht war es dann soweit, in nur zwei Tagen waren die Arbeiten erledigt. Die neuen Dachziegel geben der Hütte das gewisse Etwas.