Rote Marter

Rote Marter - auf dem Fischerberg restauriert

Bestimmt für viele Wanderer unbemerkt hing ein
Bildstock mit der schmerzensreichen Muttergottes am
Fahrweg zum Vierlingsturm. Beherzt nahmen nun einige
Letzauer die Restaurierung in Angriff. Mit tatkräftiger
Unterstützung von Malermeister Josef Völkl, Weiden,
wurde die Muttergottes neu herausgeputzt, auf einen
neuen Sockel gestellt und wieder am alten Standort platziert.
Stadtdekan Andreas Uschold segnete die Statue neu,
und machte darauf aufmerksam, als Wanderer durch die
Welt und durch die Zeit innezuhalten an solchen Stellen
und sich der Natur, der Gesundheit und des Friedens an
diesem Ort bewusst und dankbar zu werden. Seit jeher
stehen solche Marterln und Bildstöcke an vielbegangenen
Wegen und Ecken von Äckern und Weideland und
bringen die Dankbarkeit von frommen Menschen zur
Darstellung. Damals war es nicht gerade billig, so eine
„Rote Marter" zu errichten. Überlieferungen sagen aus,
dass bis zu 2 Milchkühe der Preis für so ein Flurzeichen
waren, für Oberpfälzer Bauern ein fast unerschwingliches
Unterfangen.
Nachdem Stadtdekan Uschold den Initiatoren und
Helfern Fritz und Josef Haberkorn, Albert Stemmer, Max
Eger und Josef Völkl gedankt hatte und die anwesenden
Vorstands- und Vereinsmitglieder zusammen mit den
Letzauern gebetet hatten, ging man zur Strobelhütte hinauf,
und dort gab es einen kleinen Umtrunk und Imbiss.
Vielleicht fällt dem einen oder anderen die jetzt in neuem
Glanz erstrahlende Madonna am Wegrand auf, und er
hält inne in seiner Hektik und Betriebsamkeit für ein
„Gegrüßt seist du, Maria"

Edith Schimandl